Psychische Erkrankungen
Was sind psychische Erkrankungen oder psychische Störungen?
Wir erleben im Laufe unseres Lebens immer wieder Belastungen (Probleme am Arbeitsplatz, in der Beziehung, Verlusterlebnisse, bei der Erziehung unserer Kinder) die unsere Lebensqualität vorübergehend beeinträchtigen.
Bei vielen bleiben diese Schwierigkeiten in einem erträglichen Rahmen. Nach einiger Zeit schafft man es, die Belastungen zu bewältigen und die Lebensqualität wieder herzustellen. So durchleben wir alle traurige, deprimierte und niedergeschlagene Stimmungen.
Bei manchen jedoch reicht die Bewältigungskapazität nicht mehr aus, um mit den Problemen fertig zu werden. Belastungen führen nicht immer zu psychischen Erkrankungen. Erst durch Überforderung kommt es zu sichtbaren Auswirkungen und eine psychische Störung kann dann die Folge sein.
Von psychischen Störungen spricht man erst dann, wenn Sie oder Ihr Umfeld deutlich in ihrem sozialen, beruflichen und privaten Leben eingeschränkt sind.
Auf den nächsten Seiten können Sie sich über psychischen Erkrankungen informieren, die ich häufig in meiner Praxis behandle.
Depression
Was ist eine Depression und wie wird sie behandelt?
Eine Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, sie tritt bei Menschen aller sozialen Schichten, Kulturen und Nationalitäten auf. In den westlichen Industrieländern liegt die Depression nach Herzkreislauferkrankungen an zweiter Stelle.Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich durch eine anhaltende traurig oder gereizte Stimmung, Verlust von Interessen und Antriebs- und Lustlosigkeit äußert. Betroffene erleben oft Gefühle von Traurigkeit, Leere und Hoffnungslosigkeit, und ihre Fähigkeit, alltägliche Aufgaben zu bewältigen, kann beeinträchtigt sein.
Die Erkrankung ist gut behandelbar. Es stehen eine Vielfalt unterschiedlicher und wirksamer Behandlungsmethoden von Antidepressiva bis Psychotherapie zur Verfügung.
Wichtig ist, dass sich die Betroffenen aber überhaupt in Behandlung begeben.
Das wird oft aber durch die nach wie vor stigmatisierende Einstellung der Umwelt gegenüber psychisch Kranken verhindert. Für Österreich ist beispielsweise bekannt, dass nur jede/r Fünfte, die/der unter einer psychischen Störung leidet, eine ExpertIn aufsucht.
Gemeinsam mit ihrer (Haus-)ÄrztIn können Sie entscheiden, welche Behandlung geeignet ist. Es gibt verschiedene Arten von Depressionen. Manche von ihnen gewinnen offenbar zahlenmäßig an Bedeutung. Dazu gehört auch die saisonale oder Winterdepression.
Die saisonale Depression ist ein psychisches Leiden mit jahreszeitlicher Bindung und hat nichts mit psychosozialen Stressfaktoren (Weihnachtshektik) zu tun. Wenn im Herbst die Tage kürzer werden beginnt für viele Menschen wieder eine schwierige Zeit. Mangelt es dem Körper an Tageslicht, verringert sich zum Beispiel die Produktion des Botenstoffs Serotonin.
Zu den am häufigsten auftretenden Symptomen zählen:
– Freudlosigkeit, Interesselosigkeit, Energielosigkeit, Mutlosigkeit, Hoffnungslosigkeit
(sogenanntes „-Losigkeits-Syndrom“)
– Niedergeschlagenheit
– Problemgrübeln
– Gefühl von innerer Leere
– Angst
– Seelisch-körperliche Verlangsamung
– Atemenge
– Kopfschmerzen
– Verspannungen
– Magen-Darm Beschwerden u.a.
Im Vergleich zur depressiven Episode, die durch dieselben Symptome gekennzeichnet ist, tritt bei der saisonalen Depression an Stelle von Appetitlosigkeit vermehrt Hunger auf Kohlehydrate und ein vermehrtes Schlafbedürfnis auf.
Ursachen
Als Ursache werden Störungen des biologischen Tagerhythmus angenommen. Eine Hypothese besagt, dass die Symptomatik der SAD-Patienten in Zusammenhang mit dem Melatoninstoffwechsel steht. Das Auftreten der depressiven Symptome lässt sich mit der vermehrten Melatoninproduktion in den dunklen Wintermonaten und den daraus resultierenden niedrigeren Serotoninspiegeln (Melatonin ist ein Abbauprodukt des Serotonin) erklären.
Burn-Out
Eine besondere Form, die ich gerne als Erschöpfungsdepression bezeichne, ist das Burn-Out.
Was ist ein Burnout-Syndrom? Das Burnout-Syndrom ein relativ junger Begriff ohne medizinische Tradition – beispielsweise im Gegensatz Depression, die schon von den alten Griechen beschrieben wurde.
Das Burnout-Syndrom beschreibt einen Zustand andauernder Erschöpfung infolge von anhaltender Überlastung, die charakterisiert ist durch die folgenden drei Merkmale:
- emotionale Erschöpfung
- erhöhte Reizbarkeit und zwischenmenschliche Distanzierung
- Verlust der eigenen Leistungsfähigkeit
Beim Burnout-Syndrom handelt es sich nicht um eine etablierte Diagnose, in vielen Fällen handelt es sich um eine depressive Entwicklung, weshalb ich gerne den Begriff Erschöpfungsdepression wähle.
Beruflicher Stress und Überlastung sind sehr häufig von zentraler Bedeutung für die Entstehung und Aufrechterhaltung einer psychischen Störung. Viele Betroffene erleben sich als ausgebrannt und in ihrer Belastbarkeit deutlich eingeschränkt. Viele machen sich auch Sorgen um ihre weitere Erwerbsfähigkeit.
Psychotherapeutische Angebote mit Fokus auf den Umgang mit beruflichem Stress können hier entlastend wirken und Auswege aufzeigen. Unter gezielter Berücksichtigung der auslösenden beruflichen Belastungen kann die Therapie helfen, die Alltags- und Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen und einer erneuten Überlastung vorzubeugen.
